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Sozialcurriculum

Unser Schulsozialcurriculum in der Zeitschrift Pädagogik 10/2023
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Unser Schulsozialcurriculum in der Zeitschrift Pädagogik 10/2023

Das Sozialcurriculum des Fichte-Gymnasiums ist reichhaltig und vorzeigbar. Aus diesem Grund konnten wir einen Artikel über die Genese und die Umsetzung unseres schulspezifischen Sozialcurriculums in der Zeitschrift PÄDAGOGIK beitragen.

Wir wünschen Freude bei der Lektüre.

Das Sozialcurriculum am Fichte-Gymnasium

Die ganzheitliche Bildung unserer Schülerinnen und Schüler liegt uns am Herzen und daher ist es für uns selbstverständlich, dass sie neben der Vermittlung von Faktenwissen auch das Rüstzeug bekommen, um ihre Lebenskompetenz auszubauen. Lebenskompetenzen "...sind diejenigen Fähigkeiten, die einen angemessenen Umgang sowohl mit unseren Mitmenschen als auch mit Problemen und Stresssituationen im alltäglichen Leben ermöglichen. Solche Fähigkeiten sind bedeutsam für die Stärkung der psychosozialen Kompetenz." (World Health Organization, life skills education in schools, hrsg. 1994)

Die WHO definierte zehn zentrale Kernkompetenzen ("core life-skills"), die es im Rahmen der Lebenskompetenzförderung zu vermitteln gilt:

  1. Selbstwahrnehmung, die sich auf das Erkennen der eigenen Person, des eigenen Charakters sowie auf eigene Stärken und Schwächen, Wünsche und Abneigungen bezieht.
  2. Empathie als die Fähigkeit, sich in andere Personen hineinzuversetzen.
  3. Kreatives Denken, das es ermöglicht, adäquate Entscheidungen zu treffen sowie Probleme konstruktiv zu lösen.
  4. Kritisches Denken als die Fertigkeit, Informationen und Erfahrungen objektiv zu analysieren.
  5. Entscheidungen zu treffen als die Fähigkeit, die dazu beiträgt, konstruktiv mit Entscheidungen im Alltag umzugehen.
  6. Problemlösefertigkeit, um Schwierigkeiten und Konflikte im Alltag konstruktiv anzugehen.
  7. Kommunikative Kompetenz, die dazu beiträgt, sich kultur- und situationsgemäß sowohl verbal als auch nonverbal auszudrücken.
  8. Interpersonale Beziehungsfertigkeiten, die dazu befähigen, Freundschaften zu schließen und aufrechtzuerhalten.
  9. Gefühlsbewältigung als die Fertigkeit, sich der eigenen Gefühle und der Gefühle anderer bewusst zu werden, angemessen mit Gefühlen umzugehen sowie zu erkennen, wie Gefühle Verhalten beeinflussen.
  10. Die Fähigkeit der Stressbewältigung, um einerseits Ursachen und Auswirkungen von Stress im Alltag zu erkennen und andererseits stressreduzierende Verhaltensweisen zu erlernen.

Quelle: http://www.kontaktbuero-praevention-bw.de/,Lde/Startseite/stark_staerker_WIR_/Lebenskompetenz


Das Ziel unseres Sozialcurriculums ist, dass sich die Kinder und Jugendlichen zu eigenverantwortlichen, starken Menschen entwickeln. Wir sind davon überzeugt, dass nur gewachsene Persönlichkeiten, die das nötige Bewusstsein für sich selbst haben, dazu in der Lage sind, auch andere Menschen angemessen wahrzunehmen. Rücksichtnahme, Empathie, Eintreten für die Gemeinschaft und das Zurückstecken von Eigeninteressen, um das höher zu wertende Interesse der Gruppe nicht zu gefährden - all das kann erst entstehen, wenn man in sich selbst ruht und sich und anderen nicht mehr ständig beweisen muss, dass man der Tollste, Wichtigste oder die Stärkste ist.

Daher ist unser Sozialcurriculum selbstverständlich die Basis unserer Präventionsarbeit. Suchtprävention z.B. bedeutet für uns, dass wir einerseits das Selbstbewusstsein stärken, also z.B. die Einübung des Widerstands gegen Gruppendruck und das Neinsagen in Risikosituationen. Es ist uns aber auch wichtig, die positive Rolle der Gruppe zu betonen. Die Schule soll als Schutzraum erfahren werden, der die Möglichkeit bietet, sich zu offenbaren und Hilfe und Unterstützung zu bekommen. Die Erkenntnis, dass sich Probleme gemeinsam leichter bewältigen lassen, als alleine - auch das ist Teil unseres Sozialcurriculums. Diese Schutzraumfunktion ist gleichzeitig wesentlicher Teil unserer Gewaltprävention. Im Klassenrat wird die Fähigkeit eingeübt, Konflikte zu benennen und gemeinschaftlich zu lösen, selbstverständlich ohne den Einsatz verbaler oder gar körperlicher Gewalt. Dabei ist die oberste Maxime, dass Gewalt am Fichte keinen Platz hat. Wir treten alle gemeinsam dafür ein, dass das Fichte-Gymnasium ein sicherer Ort ist, an dem jeder ohne Angst leben und lernen kann.

Ganz praktisch bedeutet das für uns, dass wir in den Klassenstufen fünf bis acht die Schülerinnen und Schüler durch Klassenlehrerstunden dabei unterstützen, ihre Lebenskompetenzen auszubauen. In diesen Stunden bleibt Zeit für Gespräche, zur Klärung von Konflikten, Zeit für das Planen gemeinschaftlicher Aktionen.

Weitere Bausteine unseres Sozialcurriculums aus den Bereichen Suchtprävention, Gewaltprävention und Gesundheitserziehung finden Sie im im jeweiligen Abschnitt der Klassenstufe beschrieben. Sie können sich auch in der tabellarischen Kurzform einen Überblick verschaffen.